Gehört Gebärmutterhalskrebs bald der Vergangenheit an?
Es wurde ein revolutionärer Impfstoff entwickelt, der Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen vorbeugen soll.

Es wurde ein revolutionärer Impfstoff entwickelt, der Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen vorbeugen soll. (jlp)
Die stille Gefahr, die zum Gebärmutterhalskrebs führt
Über 50 % aller sexuell aktiven Frauen stecken sich mindestens einmal im Leben mit dem HPV-Virus an, da dieser nicht über den Austausch von Körperflüssigkeiten, sondern über Hautkontakt übertragen wird. Die meisten Infektionen gehen ohne weitere Komplikationen vorüber, bei 5 bis 10 Prozent der Infizierten bleibt das Virus aber länger im Körper. Eine längere Infektion kann Gebärmutterhalskrebs verursachen, wenn der Krankheitserreger ein bestimmter Virustyp ist. Ein anderer Typ der humanen Papillomviren dagegen ist für die Bildung von fast allen Arten von Genitalviren verantwortlich. Das Krankheitsbild ist nur schwer zu diagnostizieren, eine größere Ansteckungsgefahr besteht bei Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, bei Personen, die früh sexuell aktiv wurden (vor dem 16. Lebensjahr) sowie bei Rauchern und HIV-Infizierten. Das sind auch die Personengruppen, für die der Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs die größte Hoffnung darstellen wird.

Der Gebärmutterhalskrebs ist die häufigste Krebsform bei Frauen. (jlp)
Gebärmutterhalskrebs vorgebeugt werden
In der Medizin ist man zu einem Durchbruch gekommen. Durch einen Impfstoff, der auch Genitalwarzen verhindert, wird es in Zukunft möglich sein, Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen. Um Gebärmutterhalskrebs zu diagnostizieren, sind vor allem regelmäßige Untersuchungen beim Gynäkologen wichtig, bei denen Abstriche gemacht werden. Der Gebärmutterhalskrebs ist mit jährlich 7.000 Neuerkrankungen die zweithäufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland. Am häufigsten kommt die Krankheit bei Frauen zwischen dem 35. bis 40. Lebensjahr vor. Die Warnzeichen sind für jede Frau selbst zu erkennen: Blutungen oder Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr, ein stärkerer Scheidenausfluss, obwohl keine Entzündungen vorhanden sind, und schwächere Blutungen zwischen zwei regulären Menstruationszyklen.

Das Kondom schützt leider nicht vor HPV. (jlp)
Der beste Schutz vor Gebärmutterhalskrebs ist, präventiv zu handeln
Arztbesuche spielen eine große Rolle. Bei jenen wird ein Abstrich gemacht, damit die Krankheit rechtzeitig gefunden werden kann. Einer HPV-Infektion wird durch Abstinenz oder eine Impfung vorgebeugt, die als zuverlässigster Schutz gilt, während Kondome gar keinen Schutz bieten, weil das Virus auch über die Haut übertragen wird. Mit einem Abstrich beim Gynäkologen wird festgestellt, ob die Zellen des Gebärmutterhalses normal sind oder Anomalitäten aufweisen (ein abnormer PAP-Test). In diesem Fall sind zusätzliche Untersuchungen nötig. Der Test zeigt nicht auf das Vorhandensein einer HPV-Infektion, sondern deckt die Auswirkungen einer solchen Infektion auf, die nicht zwangsläufig aus diesem Virus resultieren müssen.

HPV verursacht Gebärmutterhalskrebs. (jlp)
Der Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs wirkt fast zu 100 Prozent
Der Impfstoff beugt präkanzerösen und kanzerösen Veränderungen des Gebärmutterhalses vor und verhindert ebenso präkanzerösen und kanzerösen Veränderungen am äußeren Geschlechtsteil wie auch Genitalwarzen. Der Impfstoff kann keine Infektion oder Krankheit hervorrufen, die sonst durch das HPV-Virus entstehen. Das Impfen besteht aus drei vereinzelnden Impfungen. Die zweite Impfung wird zwei Monate nach der ersten verabreicht, die dritte dann vier Monate nach der Zweiten. Es ist wichtig, alle drei Impfdosen verabreicht zu bekommen. Bisher sind die Angaben über die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes für Mädchen zwischen 9 und 26 Jahren bekannt. In diesem Alter infiziert sich jeder vierte Jugendliche mit dem HPV-Virus. Studien an Männern und Frauen über 26 werden derzeit noch durchgeführt. Bei der Studie über die Wirksamkeit des Mittels haben mehr als 20.000 junge Frauen mitgewirkt, das Mittel hat in 100 Prozent der Fälle der Entstehung von schweren präkanzerösen Veränderungen und des noninvasiven Gebärmutterhalskrebses vorgebeugt. Der Impfstoff verhinderte in 99 % der Fälle auch die Bildung von Genitalwarzen. Die Impfung kann auch in Fällen erfolgen, wenn es schon zu einer Infektion mit dem HPV-Virus gekommen ist. Die Nebenwirkungen des Impfstoffes sind minimal, es kann lediglich zu einer leichten Rötung an der Einstichstelle oder (sehr selten) zu einer erhöhten Temperatur kommen. Da regelmäßige Arztbesuche nach wie vor die beste mögliche Verbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs darstellen, sind diese nach der Impfung weiterhin notwendig. Die jährliche gynäkologische Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs bei Frauen über 20 wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Für weitere Informationen fragen Sie Ihren Gynäkologen.























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