Die Scheide kann herabsinken (Scheidenprolaps)
Über eine unangenehme Scheidenveränderung, von der meistens Frauen nach der Entbindung, Menopause oder chirurgischen Gebärmutterentfernung betroffen sind.

Der Scheidenprolaps ist meistens eine Folge der Entbindung, Menopause oder Hysterektomie. (jlp)
Was ist ein Scheidenprolaps?
Die Muskeln, Bänder, Haut und Nerven in der Scheide und um sie bilden ein komplexes Netz, das Organe, Gewebe und Strukturen in ihrer Position hält. In dieses Netz gehören auch die Scheidenwände. Falls irgendein Teil schwächer wird, kann das einen Scheidenprolaps bzw. eine Scheidensenkung verursachen. In einem solchen Fall können sich Körperteile wie die Gebärmutter, Blase, Harnröhre, Scheide, der Dünndarm oder Mastdarm von ihrem Platz lösen und tatsächlich herabsinken, da sie den Halt verlieren. Ohne eine Behandlung oder einen operativen Eingriff können sie immer tiefer in die Scheide sinken oder sogar durch die Scheidenöffnung treten. Das hat einen großen Einfluss sowohl auf die Sexualität als auch verschiedene Körperfunktionen.

Schwache Strukturen in der Scheide können das Herabsinken von Scheidenwänden verursachen. (jlp)
Arten des Scheidenprolapses
Bei der sog. Rectocele (Rektumprolaps) handelt es sich um eine Senkung der hinteren Scheidenwand. Die Beschwerden kommen bei der Tätigkeit der Verdauungsorgane auf, und zwar in der Form von Blähungen und Durchfall. Die Cystocele (Blasenprolaps) ist eine Folge der Senkung der vorderen Scheidenwand und kann bei einer gynäkologischen Untersuchung festgestellt werden. Ein Symptom ist die Harninkontinenz bei leichter Anstrengung wie Husten, Niesen oder Sport. Bei der Enterocele (Darmbruch) geht es um eine Schwäche der oberen Strukturen der Scheide. Die Gebärmuttersenkung ist eine Folge der Schwäche von Bändern im oberen Teil der Scheide. Die Gebärmutter sinkt herab und schwächt damit die vorderen und hinteren Scheidenwände. Bei einer Gebärmuttersenkung empfinden Frauen für gewöhnlich einen Schmerz im Unterbauch, haben ein Schmerzgefühl zwischen der Scheide und dem Rektum, verspüren ein Schweregefühl und haben das Gefühl, als ob sie etwas nach unten zieht. Die Experten unterscheiden zwischen mehreren Stufen der Gebärmuttersenkung. Der Prolaps des gesamten Scheideninneren kann als eine Folge der Hysterektomie auftreten, also der operativen Gebärmutterentfernung. Weil die Gebärmutter das gesamte Scheideninnere stützt, erleiden ganze 10 % der Frauen nach diesem Eingriff einen solchen Prolaps, der das Herabsinken der Scheidenwände verursacht, da sie geschwächt sind. Eventuell ist es sogar möglich, dass die Scheidenspitze durch die Scheidenöffnung tritt, was verursachen kann, dass sich die Scheide nach außen stülpt. Ungefähr ein Drittel aller Frauen kann im Laufe ihres Lebens an irgendeiner Prolapsart leiden, sei es nach einer Entbindung, Hysterektomie oder der Menopause. Viele suchen keine ärztliche Hilfe.

Schwache Strukturen in der Scheide können das Herabsinken von Scheidenwänden verursachen. (jlp)
Symptome des Scheidenprolapses
Die Symptome hängen von der Art des Prolapses ab. Frauen beschreiben den Prolaps als ein Schweregefühl auf der Scheide, ein „Druckgefühl“ nach unten und einen Schmerz. Folgende Symptome treten jedoch bei jeder Art des Prolapses auf:
- ein Druckgefühl auf der Scheide
- schmerzhafter Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
- eine Vorwölbung im Bereich der Scheidenöffnung
- intensiverer Schmerz beim Liegen
- Entzündung der Harnwege
Bei manchen Prolapsen kann einem das Wasserlassen schwer fallen, es können Blähungen oder Blasenschwäche auftreten, und die Scheidenöffnung kann sich vergrößern. Manche Frauen entwickeln trotz des Prolapses keine Symptome.

Die Experten unterscheiden zwischen verschiedenen Arten des Scheidenprolapses. (jlp)
Behandlung des Scheidenprolapses
Sobald sich Symptome entwickeln, muss man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Oft ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, die Behandlungsweise hängt jedoch von der Art des Prolapses, seiner Ursache, dem Fortschritt und dem Fakt, ob eine Frau sexuell aktiv ist, ab. Neue und verbesserte Operationstechniken ermöglichen, dass die Organe zurück auf ihre Position gebracht werden können. Die Frau ist nach drei Monaten wieder normal aktiv. Damit werden auch die sexuellen Schwierigkeiten behoben. Der Arzt wird Ihnen nach einer Operation wahrscheinlich raten, zuhause keine schweren Gegenstände zu heben oder sich anzustrengen. Als eine Alternative zum chirurgischen Eingriff gibt es Pessare. Das sind Ringe, die bei einer gesenkten Gebärmutter eingesetzt werden, die jedoch auch eine verhütende Wirkung haben. Sie müssen regelmäßig entfernt und gereinigt werden, um einer Infektion vorzubeugen. Auch Kegelübungen werden empfohlen, um die Scheidenmuskulatur zu straffen. Dieselbe Wirkung auf die Scheidenmuskulatur haben auch Östrogentherapien.























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